| Rosita Messeritsch | |
![]() Rosita Messeritsch mit der Skulptur "Lebensbalken" |
| Kurzbiographie | |
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Am 16. September 1946 in Leipzig geboren, seit 1956 in Österreich ansässig. Nach der Handelschule langjährige Tätigkeit bei Ärzten und in Krankenhäusern. Verheiratet mit dem Schriftsteller Leopold Messeritsch und Mutter eines Sohnes. Vor ihrer Sehbehinderung war Rosita Messeritsch autodidaktisch Zeichnerin und Malerin. Ihre Karikaturen wurden in österreichischen Zeitschriften veröffentlicht.
Seit der Vollerblindung im Jahre 1982 arbeitete sie als Brustkrebs-Diagnoseschwester. Für ihre Verdienste um die Brustkrebsfrüherkennung, für ihre hervorragende Kommunikationsfähigkeit, für die immer wieder bewehrte psychische Betreuung der Patientinnen und für ihre Pionierarbeit als erste blinde Frau in einem derartigen medizinischen Beruf wurde sie am 2. Juni 2003 mit einer Urkunde geehrt. Auf Grund der Vollerblindung verlegte sie ihren künstlerischen Schwerpunkt auf die Herstellung von Tonplastiken, die in Bronze gegossen werden. Zahlreiche Ausstellungen seit 1988 im In- und Ausland. Vorstellung in den Medien: Rundfunk, Fernsehen und in den Printmedien. Auftrag des Kulturamtes der Stadt Wien für die zwei Meter hohe Bronzeplastik "Lebensbalken" in der psychiatrischen Ambulanz des SMZ Ost, Erinnerungsplaketten nach weiblichem Akt in Bronze und in Silber anlässlich der Happy-Metal-Tage 2000 in Graz.
Vom 21. bis 28. Oktober 2004 fand die Ausstellung "Von Angesicht zu Angesicht" im Palais Palffy statt. Im Mittelpunkt stand die Skulptur "Berührung", welche am 20. Juni 2004 in der Schweiz vom Internationalen Kunstforum Meisterschwandten prämiert wurde. Rosita Messeritsch wollte bei der Vernissage zwei Aktmodelle in Ton in der Position der Bronzeskulptur "Berührung" formen und so den Werdegang von der Tonskizze bis zur Bronzeskulptur demonstrieren. Als ich als Präsidentin des Kulturvereines Wien Innere Stadt im Mai 2004 Rosita Messerisch in persönlichen Gesprächen kennen lernen durfte, erzählte sie mir, vorwiegend mit viel Engagement und Zärtlichkeit in ihrer Stimme, von ihren Skulpturen und deren Hintergründen. In unseren beiden Köpfen hatten die Plastiken zu leben begonnen. Frau Messeritsch und ich hatten nach kurzer Zeit einen gemeinsamen Vertrag, einen inneren Vertrag, einen Vertrag unserer Herzen geschlossen. Wir freuten uns auf diese gemeinsame Ausstellung, einer Ausstellung mit Skulpturen welche die BesucherInnen einladen sie mit den Händen begreifen, mit dem Herzen verarbeiten, dem Natürlichen nahe kommen und andere Menschen bewegen.
Wenige Tage vor der Ausstellungseröffnung musste sich die Künstlerin, welche vor einiger Zeit an Krebs erkrankt war, einer neuerlichen Herausforderung ihres Schicksals stellen. Einem Schicksal, dass sie früher von Menschen kannte, mit den sie sehr oft beruflich, ich möchte fast sagen aus Berufung, in ihrer Eigenschaft als Brustkrebs-Diagnoseschwester konfrontiert war. Leider hatte sie Selbst diese Krankheit in einer anderen Form eingeholt. Ihr Gesundheitszustand hatte sich drastisch verschlechtert. Rosita Messeritsch musste sich in Spitalspflege begeben.
In einem Gespräch teilte ich Frau Messeritsch mit, dass diese Ausstellung stattfinden wird. Als Frau Rosita Messeritsch meine Entscheidung gehört hatte und ich ihr im Detail den geänderten Ablauf dieser Vernissage - ihrer Ausstellung - mitteilte war sie sehr zufrieden und freute sich. Dank Hilfe von Frau Kom.Rat Sedlar hatten wir eine wundervolle Schauspielerin, Brigitte Karner, gefunden. Brigitte Karner spürte wie sehr wir sie brauchten. Nach kurzem Überlegen sagte sie spontan zu und änderte kurzfristig bereits vereinbarte Termine. Sie sah es auch als ihren bzw. unseren Auftrag. Für mich war es ein Gleichklang unserer Herzen, es war schön dies erleben zu dürfen. Wir hatten entschieden, sie würde eine Rede aus dem Jahr 1959 von Ingeborg Bachmann, anlässlich eines Hörspielpreises der Kriegsblinden und andere Gedichte, vortragen. Wir wussten, dass Frau Rosita Messeritsch mit ihrer ganzen Liebe, ihren Gedanken und Herzen an diesem Abend bei uns war. Wir waren beschützend umgeben, fast umarmt, von ihren Skulpturen, wir konnten und durften sie berühren. Wir konnten sie betrachten "Von Angesicht zu Angesicht"! Rosita Messeritsch verstarb am 02. November 2004, kurz nach Ende ihrer Ausstellung "Von Angesicht zu Angesicht".
Man kann tun was man will, solange man dem anderen nicht weh tut damit. Zitat von Rosita Messeritsch
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